Allgemein-medizinische Themen

Biotin-Interferenz bei immunologischen Untersuchungen

Biotin (auch Vitamin B7 oder H genannt) wird häufig - auch in hohen Dosen - als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, therapeutisch in Dosen von 300mg/d auch zur Behandlung der Multiplen Sklerose.

 

Eine Reihe der immunchemischen Laboruntersuchungen verwenden ein Streptavidin-Biotin-System in der Nachweisreaktion. Es gab mehrere Studien, die eine potentielle Störung dieser Tests bei hohen Biotin-Serumspiegeln zeigten. Diese hohen Spiegel treten insb. bei hochdosierter Einnahme (10 mg/d oder mehr) v.a. in den Stunden nach Einnahme auf. Je nach Testprinzip können falsch hohe bzw. falsch niedrige Werte resultieren. Das BfArM versandte in diesem Zusammenhang am 15.5.2019 einen Rote-Hand-Brief.

Nicht alle der betroffenen Assays sind gleich empfindlich auf Biotin. Besonders sensitiv sind Anti-HBs und die Schilddrüsen-Antikörper TPO-Ak und TRAK. Auch TSH, Troponin T, andere Hepatitis-Serologie-Marker sowie Tumormarker können betroffen sein.

NICHT betroffen sind die einfachen Parameter der klinischen Chemie (Elektrolyte, Enzyme, Substrate) sowie Medikamentenspiegel, die mit HPLC und Trübungsmessungen bestimmt werden. Auch bei unseren ELISA-Tests, Blot-Tests und Allergie-Tests sind keine Interferenzen zu erwarten.

Durch Biotin verursachte Testinterferenzen sind insgesamt seltene Ereignisse, sollten jedoch bei Widersprüchen zwischen klinischem Bild und Laborbefund in Betracht gezogen werden. Je nach eingenommener Dosis ist eine Wiederholungsmessung mit neuer Blutabnahme nach Absetzen des Biotins für mindestens 3 Tagen zu empfehlen. Grundsätzlich empfehlen wir, vor Laboruntersuchungen die Patienten nach der Einnahme von Biotin-Präparaten zu fragen. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Hochdosis-Biotintherapie, Niereninsuffizienz, Kindern und Schwangeren geboten.

Die gute Nachricht: Die Diagnostica-Hersteller arbeiten bereits an Biotin-„robusteren“ Testgenerationen. So wurde bereits ein Troponin-T-Assay mit Stabilität bis 1200 ng/ml statt bisher 20 ng/ml angekündigt. Wir werden diese Tests bei Verfügbarkeit einführen.

In der unten stehenden Anlage finden Sie eine Liste betroffener Tests mit dem Hinweis, in welche Richtung die Ergebnisse beeinträchtigt sein können.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Aktuelles

Gynäkologie, Onkologische Diagnostik
Beschluss des G-BA zur Zervixkarzinomfrüherkennung 01.07.2019

Der Gemeinsame Bundes­ausschuss (G-BA) hat beschlossen, in Zukunft zur Zervix­karzinom­früh­erkennung den HPV-Nachweis als Routine­diagnostik aufzunehmen und die Screening­intervalle zu ändern. Der Beschluss tritt zum 01. Juli 2019 in Kraft.

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Gynäkologie, Infektionsdiagnostik
G-BA streicht Screening auf asymptomatische Bakteriurie im Rahmen der Mutterschafts-Richtlinien 24.06.2019

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat folgende wichtige Änderung der Mutterschafts-Richtlinien beschlossen: Eine regelhafte Urinuntersuchung auf asymptomatische Bakteriurie bei allen Schwangeren wird nicht empfohlen.

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Allgemein-medizinische Themen
Biotin-Interferenz bei immunologischen Untersuchungen 18.06.2019

Biotin (auch Vitamin B7 oder H genannt) wird häufig - auch in hohen Dosen - als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, therapeutisch in Dosen von 300mg/d auch zur Behandlung der Multiplen Sklerose.

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