Infektionsdiagnostik

Masern-Fall im Landkreis Rosenheim

Aktuelles zur Masern-Diagnostik

Am 20. Februar 2019 stellten wir bei einem Patienten im Landkreis Rosenheim eine Verdachtsdiagnose auf akute Masern. Dieser Verdacht hat sich - wie in der Presse zu lesen war - in der Zwischenzeit bestätigt. Die Presse berichtet von 50 Kontaktpersonen, von denen nur 13 einen ausreichenden Impfschutz haben. Des weiteren wird die niedrige Durchimpfungsrate in unserer Gegend beschrieben. Die Gesundheitsämter fürchten eine weitere Ausbreitung der Infektion.

Aus diesem Grund möchten wir Ihnen Informationen zur Erkrankung und Labordiagnostik an die Hand geben:

Die Masern sind eine Viruserkrankung. Die Infektionen mit charakteristischem Exanthem heilen in aller Regel ohne Folgen aus.
Es gibt jedoch die seltene (ca. 0,1%)  schwerwiegende Komplikation der postinfektiösen Enzephalitis. Noch seltener (nach Literatur 4-11 : 100 000; bei Kindern <5J. jedoch deutlich häufiger) ist die gefürchtete  subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die sich durchschnittlich 6 – 8 Jahre nach Infektion manifestiert und tödlich endet. Die Inkubationszeit bis Ausbruch der Hauterscheinungen beträgt i.d.R. 13-14 Tage. Die Erkrankten sind jedoch schon 3-5 Tage vorher und bis etwa 4 Tage nach Auftreten des Exanthems ansteckend. Bereits vor dem Masern-Ausschlag leiden die Patienten unter unspezifischen Symptomen wie Fieber, Konjunktivitis, Schnupfen und Husten.

Labordiagnostik

Die Labordiagnose erfolgt üblicherweise mittels eines Antikörpertests aus dem Serum. Die IgM-Ak als Frühmarker sind meist bereits bei Auftreten des Exanthems positiv, in bis zu 30% der Fälle aber erst 1-3 Tage danach. Bei negativen Verdachtsfällen kann auch das Genom (RNA) als PCR aus z.B. Rachenabstrich oder Urin durchgeführt werden. Bei Verdachtsfällen kann die Akut-Diagnostik ohne Budgetbelastung durchgeführt werden, wenn die Ausnahmeziffer 32006 in der Patientenakte eingetragen wird.

Impfschutz

Der Impfschutz ist laut RKI nur bei dokumentierten zwei Impfungen als sicher anzunehmen. Das RKI rät bei Immungesunden:
"Ungeimpfte ab dem Alter von 9 Monaten bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen oder Personen mit unklarem Impfstatus mit Kontakt zu Masernkranken sollten mit einer Impfstoffdosis gegen Masern geimpft werden; möglichst innerhalb von 3 Tagen nach Exposition. Die Impfung soll vorzugsweise mit MMR-Kombinationsimpfstoff erfolgen." 

Zur Vorgehensweise bei Immungeschwächten empfehlen wir die Lektüre des RKI-Merkblattes.

Die Bestimmung der IgG-Antikörper bei unklarer Immunitätslage bzw. Impfhistorie kann in unserem Labor erfolgen, ist jedoch eine IGeL-Leistung  (13,99 € - 1,0fache GOÄ). Wir haben mehrere Untersuchungs-Kits auf Lager gelegt um eine rasche Bestimmung zu garantieren.

Allgemeine Informationen über die Masern mit Empfehlungen zur Postexpositionsprophylaxe und behördlichen Maßnahmen bei Ausbrüchen finden Sie hervorragend zusammengefasst auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts (RKI), auf die wir uns in diesem Artikel auch ausdrücklich beziehen.

www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Masern.html

Bei Fragen zur Diagnostik wenden Sie sich gerne an uns.

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