Labor Rosenheim
Mikrobiologie Teil 1
Mikrobiologie Teil 2

Mikrobiologie

Gewinnung von Untersuchungsmaterial

Vorwort

Dieser kurze Überblick über die korrekte Materialabnahme für die bakteriologische Diagnostik soll im Krankenhaus und in der Praxis zur schnellen Orientierung dienen. Die Ausführungen basieren im Wesentlichen auf den Verfahrensrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM), wie sie in den Qualitätsstandards (MiQ) niedergelegt sind, und auf den Empfehlungen der American Society for Microbiology (ASM), die in den "Cumitech", dem "Clinical Microbiology Procedures Handbook" und im "Manual of Clinical Microbiology" nachzulesen sind. Gelegentlich sind die Empfehlungen der beiden Gesellschaften (DGHM und ASM) nicht deckungsgleich; hierauf wird im Text entsprechend hingewiesen. Das Literaturverzeichnis ist am Ende dieses Textes einzusehen.


Allgemeine Hinweise

Untersuchungsmaterial zum Erregernachweis sollte möglichst gezielt vom Infektionsort und möglichst ohne Kontamination entnommen werden. Diagnostisch ideal ist solches Material, das direkt aus physiologischerweise sterilen Körperbereichen entnommen werden kann. Die Probe sollte, wenn möglich, vor Beginn einer antibiotischen Therapie entnommen werden. Mehrmalige Entnahmen erhöhen die diagnostische Sicherheit. Nach Entnahme mit sterilem Besteck ist das Material nativ in einem sterilen Gefäß oder ggf. in einem speziellen Transportmedium einzusenden. Entnahme- und Versandbestecke werden von uns zur Verfügung gestellt.


Folgende Punkte bitten wir auf dem Anforderungsblatt zu vermerken:

  • Art der Patientenprobe (möglichst mit Entnahmeort, wo sinnvoll)
  • Entnahmezeitpunkt
  • klinische (Verdachts-) Diagnose, Symptomatik in Stichworten
  • Vorbehandlung: Angaben zur antimikrobiellen Therapie
  • Grunderkrankung (z.B. Karzinomerkrankung, Immunsuppression)
  • Umgebungs-, Reiseanamnese
  • gewünschte Untersuchung

Allgemeiner Untersuchungsauftrag: "pathogene Keime": die Probe wird mittels Mikroskopie (sofern geeignetes Material) und Kultur, bei Wachstum (fakultativ) pathogener Keime einschließlich Keimdifferenzierung und Antibiogramm untersucht.

Ausdrücklich anzufordernde spezielle Untersuchungen: Aktinomyzeten, A-Streptokokken, Chlamydien, Cholera, Diphtherie, Gonokokken, Helicobacter, Legionellen, Mykoplasmen, Pertussis, Pilze, Pneumocystis, Protozoen, Tuberkulose bzw. Mykobakterien, alle viralen Erreger, Würmer und Wurmeier, CD-Toxin ambulant. Neben der konventionellen Mikrobiologie einsetzbare Nachweisverfahren wie die PCR (Polymerase-Kettenreaktion zum Nachweis erregerspezifischer DNA) oder Antigennachweise sind stets ausdrücklich anzufordern. Anamnestische oder klinische Besonderheiten, die den Verdacht auf besondere, bei uns seltene Infektionen lenken, sollten ebenfalls auf dem Begleitschreiben vermerkt werden (z.B. Auslandsreisen)

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Medizinisches
Labor Rosenheim
Prof. Dr. med. Hans Rodt
Dr. med. Brigitte Rossmann
Dr. med. Ulrich Hering
Pettenkoferstr. 10
83022 Rosenheim
Tel: +49 (08031) 8005 - 0
Fax: +49 (08031) 8005 - 55
info(at)medlabor.de

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